Die Klimakonferenz in Madrid hinterlässt schlechte Stimmung

Die Madrider Klimakonferenz ist mehr oder weniger zu Ende. Es herrscht schlechte Stimmung bei den Klimapropagandisten, weil anscheinend nichts rausgekommen ist außer immer deutlicheren Anzeichen, dass die Interessen  der teilnehmenden großen Machtgruppen so weit auseinander gehen, dass eben nichts Essentielles international vereinbart werden kann.

Es bleibt die EU, in der wohl mehr „klimapolitische“ Gemeinsamkeiten in den politischen Führungsschichten vorhanden sind, so dass es der Kommissionspräsidentin Ursula v. d. Leyen jetzt möglich wurde, einen „European Green Deal“ zu verkünden. Was Europa hier eint, ist in Wirklichkeit das kapitalistische Kalkül, denn der „green deal“ ist ein Projekt, das dem müden europäischen Kapitalismus wie kein anderes ein paar Beine zu machen verspricht.

Man könnte ja auch einmal ernsthaft daran denken, in Bildung, Wissenschaften, in so manche andere Infrastruktur in großem Stil zu investieren; dann käme ebenfalls Bewegung in den lahmenden Laden; aber Klimapolitik ist doch so viel einfacher, tut bestimmten Herrschafts- und Profitstrukturen viel weniger weh…

Die Bildungskatastrophe, der Verfall der sozialen Umgangsformen in Deutschland sind real, ihre Auswirkungen im Alltag weit unangenehmer und massiver als zwei Grad mehr im Sommer. Aber man muss aus verschiedenen Gründen leider vermuten, dass solche Entwicklungen bestimmten führenden Kreisen gar nicht so unangenehm sind. Mittels eines umfangreichen ahnunglosen, führbaren und verführbaren Mobs, wie er sich mittlerweile auch hier aufgrund der herrschenden politischen und medialen Strukturen ausbreitet, hat schon manches kapitalistische Regime in der Vergangenheit die Demokratie ausgehebelt und die Herrschaft abgesichert.

Zurück zu Madrid: die Zukunft der globalen Klimakonferenzen jedenfalls sieht alles andere als großartig aus. Man wird zwischen USA, China und der EU weiterhin nichts Substantielles vereinbaren können, denn die globalen Interessen dieser Mächte, ihre Vorstellungen über ihre innere und über die Weltökonomie gehen unweigerlich konträr.

Wahrscheinlich wird China – das ohnehin in der Praxis und trotz aller Lippenbekenntnisse außerhalb substantieller deals steht –, auf den nächsten Konferenzen erneut den Brävling spielen und seine Vergrünung für spätere Jahrzehnte einmal mehr versprechen, während es intern und international weiterhin munter Kohlegruben aufmacht und Kohlekraftwerke baut, etc. pp.

Wahrscheinlich werden die USA, z.B. wenn der Trumpismus die Regierung verlieren sollte, sich gelegentlich etwas beflissener geben,  jedoch auch dann nicht zum verlässlichen Partner von green deals a la EU mutieren. Die USA wollen noch auf absehbare Zeit in ihrem ökonomischen Innenleben der größte Emittent und nach außen der größte internationale  Willkürimperialist, Rohstoffausbeuter und Militarist bleiben. Allein schon ihre (und die von ihnen angeheizten) Kriege und ihr globaler Militärbetrieb haben massenweise  katastrophale Umweltschäden verursacht und werden sie weiterhin verursachen.

Wahrscheinlich wird Russland weiterhin vage agieren, denn es kann nicht glaubhaft versprechen, seine Förderung von Kohlenwasserstoffen wesentlich zu reduzieren –   von diesen hängt der ganze russische Apparat ab.

Und die EU wird zusammen mit ein paar Ärmlingen aus Afrika oder Ozeanien ein paar Absichtserklärungen oder sogar einige deals als die – einzigen – angeblich realen Erfolge präsentieren. Sie wird einerseits die Reduzierung von CO2 in der europäischen Ökonomie bekräftigen – mit etwas mehr praktischem Wumm dahinter als die anderen, denn der Umbau findet tatsächlich statt. Freilich wird auch die CO2-Reduzierung weiterhin kümmerlich bleiben – auf diese Weise wird vielleicht nach und nach manchen Leuten auch hier dämmern, dass es um ganz andere Dinge als das “Klima“ geht.  Und man wird einigen globalen Ärmlingen Geld für grüne Projekte versprechen, das dann die Taschen der dortigen korrupten Oberschichten weiter aufbläht, ohne dass sie tatsächlich in nennenswertem Umfang eine Wasserwirtschaft entwickeln, Bäume pflanzen oder Staudämme bauen, oder was auch immer dem Klimakämpfer als angemessene Gegenmaßnahme erscheinen könnte. Auch ein Riesenärmling wie Indien gehört zu dieser Gruppe, ein Land, dessen innere Asozialität, Reformscheu und Korruption keinen Vergleich mit – sagen wir Burkina Faso – zu scheuen braucht.

Noch ein Wort zu dem  UN-Un-Begriff „Klimaflüchtlinge“. Bisher scheinen damit hauptsächlich Leute aus der Sahelzone Afrikas gemeint zu sein. Wenn ja, steht eigentlich Kritik an den afrikanischen sozialen und politischen Verhältnissen an. Diese Regimes, ja anscheinend sogar die gesellschaftlichen Basisorganisationen können anscheinend nicht einmal ein paar Bäume pflanzen – das müssen Europäer oder andere ihnen zeigen. Am Geld kann es nicht liegen, denn das ist in diesen Regierungen und Oberschichten reichlich vorhanden. Wenn tatsächlich massenweise Menschen aus derartigen Zonen migrieren müssen, dann liegt das nur oberflächlich an den Klimaveränderungen, sondern eigentlich an den erbärmlichen Strukturen dort, die nicht einmal die einfachsten Gegenmaßnahmen schaffen, damit die Natur dort bewohnbar bleibt. Aber im Handaufhalten ist man dort erfahren, und die Kassen der EU geben sich in gewissem Umfang offen, denn mit den „Klimaflüchtlingen“ kann hier die weitere Klimapropaganda geschmiert und dort politischer Einfluss gekauft werden.

 

 

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Dummheit meets Kultur – Deutsche Telekom vs. Beethoven

Die deutsche Telekom hat angeregt und finanziert ein Vorhaben, „Beethovens 10. Sinfonie“ von „Künstlicher Intelligenz“ weiterkomponieren zu lassen.

Die zu erwartenden Resultate werden zwar wohl keinen Schaden anrichten und bald in der Versenkung verschwinden, nachdem das Reklamegetöse verebbt und zu anderen schlechten Einfällen übergeleitet worden ist – aber Sorgen machen muss man sich um den Geisteszustand des Managements.

Die  deutsche Telekom ist bisher –meines Wissens – noch selten durch besondere technische Leistungen oder finanziell besonders erfolgreiches Management aufgefallen. Auf der anderen Seite füllen die Klagen inländischer Kunden über schlechte Versorgung durch die Telekom seit Jahrzehnten ganze Bibliotheken, würde man sie denn ausdrucken, bzw. nehmen beträchtlichen Speicherplatz ein.

Das Besondere an dem, was wir als Kunst wahrnehmen, sei es in der Musik, in der Malerei etc. liegt gerade darin, dass wir das Ausbrechen aus irgendwelchen Algorithmen miterleben können, auch bei Werken, die schon mehrere hundert Jahre alt sind. Gerade Beethoven lässt in seiner Entwicklung als Komponist deutlich werden, dass  es – natürlich immer auf der Grundlage etablierter Formen und Ausdruckselemente – auf das überraschend Neue, Unerwartete ankommt, die kreative Umwandlung des Alten in Neues, die individuelle menschliche Kraft, das Leben zu erfassen und zu gestalten. Wenn wir uns mit solchen Kunstwerken einlassen, auch noch heute, Jahrhunderte nach ihrer Entstehung, regen sie uns in genussvoller Weise an, die Welt unschematischer zu erleben und besser zu verstehen. (Das Gegenteil übrigens zur fortschreitenden kapitalistischen Verwandlung des Lebens in standardisierte Warenhäppchen, die mit enorm aufgeblasenen Glücksversprechen einherkommen und sie nicht einlösen können.)

Auf die Idee, ein Computerprogramm könne diesen Grundzug von Kunst simulieren, können nur Leute kommen, die weder von Kunst noch von menschlicher Intelligenz überhaupt das Wesentliche erfasst haben.

Es ist kein Wunder, dass solche Leute auch keine wirklich guten Manager eines Unternehmens sein können, das durch seine Größe und seine Stellung in der Gesellschaft eigentlich dazu gezwungen wäre, innovative Spitzenleistungen hervorzubringen. Das ist der DeutschenTelekom seit Jahrzehnten erspart geblieben, u.a. weil sie immer noch Elemente ihrer früheren Monopolstellung nutzen kann und darin von unserer politischen Kaste gestützt wird.

 

 

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Miserable Ökobilanzen der künftigen E-Autos


Verschiedene Studien zu den Ökobilanzen von E-Autos, Plug-in-Hybriden, Diesel etc. kommen zu sehr unvorteilhaften Ergebnissen hinsichtlich des tatsächlichen Nutzens des von der Bundesregierung  geforderten radikalen Umstiegs auf das E-Auto. Das geht jedenfalls aus einer Übersicht des Redakteurs Holger Appel in der FAZ hervor (bisher leider nur im Bezahlbereich der Zeitung verfügbar).

Dabei hat Appel einen Problembereich noch nicht einmal mit erfasst: die Schäden an natürlicher Umwelt und Gesellschaft in solchen Ländern wie Bolivien, wo zukünftig viel von dem Lithium für die Batterien der E-Autos herkommen soll. Wahrscheinlich gibt es noch weitere Rohstoffe, die dafür verstärkt gewonnen werden müssen, unter ungeklärten sozialen und ökologischen Bedingungen in außereuropäischen Ländern.

Appels Zusammenfassung ist ein weiterer Beleg für meine seit einiger Zeit mehrfach vorgetragene Meinung:

Es geht bei diesen großen Regierungsprogrammen nicht tatsächlich um die Reinhaltung der Luft, die Gesundheit der Bürger und den Schutz von Naturressourcen. Das gilt schon lange für die Umstellung der Stromproduktion auf Windräder und Solarparks und nun auch für die Elektromobilität.

Es geht im Grunde um regierungsamtlich erzwungene Abwrackungen in größtmöglichen Dimensionen, und wie die bisherigen Bilanzen des Erneuerbare-Energien-Programms schon deutlich gezeigt haben: um entsprechend enorme finanzielle Umwälzungen, an denen der Kapitalismus insgesamt profitiert, auch wenn bestimmte einzelne Unternehmen Einbußen erleiden.

Dem Gesamtsystem werden durch solche Gewaltkuren enorme Schübe verabreicht, an denen es sonst fehlen würde. Ließe man bspw. die Stromproduktion auf der früheren Hauptbasis Kernenergie plus verschiedene Kohlesorten sich weiterentwickeln, wäre an Strompreise in der jetzigen Höhe und an die vielen Milliarden Mehrprofite daraus gar nicht zu denken, an denen sich zahllose Unternehmen, vom Windradfabrikanten über die großen Netzbetreiber und –umbauer bis hin zum kleinen Monteur von Solardächern etc. mittlerweile gesundstoßen oder wenigstens am Leben erhalten.

Inzwischen wurde berichtet, dass das Erneuerbare-Energien-Programm bisher schon, ohne dass sich die CO2-Bilanz Deutschlands verbessert hätte, hunderte von Milliarden Euro bewegt hat und  im Endausbau – falls es dazu kommen sollte – auf Gesamtkosten von 1.500 Milliarden geschätzt wird. Das ist das Prinzip disruption auf deutsche Art. So verordnet sich ein von Grund auf fragwürdiges und sich selbst auf die Dauer abwürgendes Profitsystem ständig neue Bluttransfusionen, und ein nahezu völlig gleichgeschalteter Medienapparat verkauft sie dem Publikum seit Jahrzehnten als „Umweltschutz“. Über den kapitalistischen Antrieb des ganzen hype darf nicht gesprochen werden. Immerhin gibt es manchmal solche – weniger prinzipiellen – kleineren Oppositionen wie in Gestalt des Artikels von Appel.

Das das künftige, gesetzlich unvermeidlich gemachte E-Auto schon einmal in den Sparversionen um die 30.000 € kosten wird und leicht auch mit 50.000 € und mehr zu Buche schlagen soll – Beträge, die von der Regierung mit bspw. 6.000 €  auch noch subventioniert, d.h. dem Steuerzahler aufgebrummt werden – ist ein weiterer Beleg für die absolute Vorrangigkeit des kapitalistischen Profits in allen diesen Manövern.

 

 

 

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Drogenkriminalität und Regierungskriminalität – ein Artikel aus den Philippinen

Ein Artikel  des philippinischen online-Magazins Rappler über den historischen und aktuellen Zusammenhang zwischen den verlogenen Drug Wars („Krieg gegen Drogen“) verschiedener Regimes, v.a. der USA, und dem Aufstieg der organisierten Kriminalität. U.a auch scharfe Kritik an der philippinischen Duterte –Regierung.

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