Hintergründe zum Sturz von Morales in Bolivien – wer bekommt den Zugriff aufs Lithium?

Bolivien ist an mineralischen Rohstoffen reich, in den letzten Jahren ist darunter das Lithium immer wichtiger geworden. In diesem Artikel, den die „Asia Times“ aus einem anderen Organ namens Globetrotter übernommen hat, wird die Konkurrenz um Lithium etc. zwischen westlichen Rohstoffkonzerne aus Kanada, den USA, der Schweiz usf. und chinesischen Konzernen als ein sicher nicht unwesentlicher Hintergrund des Sturzes von Morales beschrieben.

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Kriminelle Clans – Berliner Zeitung bringt Interview mit dem Islamwissenschaftler Ghadban

Ghadban sagt Interessantes zu den sozialen Hintergründen des Clanwesens in den Traditionen orientalischer Gesellschaften und zu den Verbindungen zum Familienrecht des Islam.

Es gibt in Deutschland allerdings wesentlich größere kriminelle „Clans“ als solche vorderorientalischen, die unsere Gesllschaft gleichfalls als Beutegesellschaft behandeln. Viellleicht haben sie keine blutsverwandtschaftlichen inneren Strukturen und sind auch nicht an die Religion des Islam gebunden, aber ihre Beutezüge sind vieltausendfach größer und effektiver. In diesem Zusammenhang fällt mir, ich weiß nicht recht, wieso mir das immer wieder passiert, ein Name wie „Deutsche Bank“ ein…..

 

 

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Die Proteste in Europa und anderswo – das „Klima“

Das Wort Klima wird nicht erst seit heute in der Politik von Deutschland, anderen europäischen Ländern und auch bspw. in Australien vielfältig benutzt, aber mit „Fridays for Future“ bekommt es nun andere gesellschaftliche Bezüge und einen anderen emotionalen Gehalt.

Diese Bewegung drückt auf ihre Weise das Gefühl aus, dass der Kapitalismus die Lebensgrundlagen vernichtet. So war das von Frau Merkel, vom Club of Rome, von der grünen Richtung, von den führenden Medien etc. nicht gemeint.

Es gibt zwar eine starke Gemeinsamkeit zwischen der langjährigen amtlichen Klimapropaganda und den jungen „Klimaaktivisten“: die These, dass der Klimawandel menschengemacht sei und durch durchgreifende technische Umgestaltungen bspw. in der Stromproduktion, im Verkehrswesen und überhaupt in der Energiegewinnung und –nutzung aufgehalten werden sollte.

Aber die gesellschaftspolitischen Zielvorstellungen sind verschieden.

Ich spreche mich nicht gegen technische Weiterentwicklungen und Gesetze aus, die die natürlichen Ressourcen vernünftiger nutzen, die die Verkehrsteilnehmer, Stromverbraucher, Häuslebauer usf. veranlassen, auf Nachhaltigkeit zu achten.

Doch bleibt Kapitalismus Kapitalismus, selbst wenn er kein Gramm CO2 mehr ausstoßen sollte, und er bleibt eine Wirtschaftsform, in der der private Egoismus letztlich über alle Rücksichten auf Natur und Menschheit die Dominanz behält. In der Tat ruiniert er von seiner Grundkonstitution her die Grundlagen allen Lebens, wenn er nicht von starken gesellschaftlichen Bewegungen an die Kandare genommen bzw. auf längere Sicht durch andere, gemeinschaftlichere Wirtschaftsformen überwunden wird.

Seit längerem kann man beobachten, dass in Steuerungszentren des internationalen Kapitals, in den Finanzzentren wie London oder in den US-Zentren des Datenkapitalismus die Investitionen umgelenkt werden in Richtung carbon-free. Schon vor fast 15 Jahren haben die deutschen Regierungen unter Merkel die Grundrichtung der Energiepolitik definiert: alles auf „Erneuerbare“! Und das lange vor „Fridays“.

Man sollte sich angesichts dieser massiven und folgenschweren Umgestaltungen, die aus Kernzentren des Kapitalismus kommen – ohne dass bisher großer Druck aus den Bevölkerungen heraus bestand – nach den Triebkräften fragen.

Hier wird es kompliziert. Ich kann hier nur ein paar Stichworte nennen.

Meiner Ansicht nach krankt der Kapitalismus in den entwickelten Ländern an „säkularer Stagnation“, unter anderen Krankheiten. Damit ist u.a. die Unfähigkeit gemeint, aus der ständigen technischen Weiterentwicklung und der wachsenden Zentralisierung des Kapitals starke neue Impulse zu entwickeln, neue Produktionen  in großem Stil aufzuziehen, die den Menschen in ihren großen globalen Massen mehr tatsächlichen Nutzen und ein  besseres Leben ermöglichen. Das Smartphone im Slum, wo es nicht einmal sauberes Trinkwasser gibt, ist eine grausame Karikatur des versprochenen „Fortschritts durch Technik“.

Die dummdreiste, elementar dummkapitalistische Tendenz, die Zahl der Autos weiter zu steigern und Massen von protzigen SUVs auszustoßen, den kulturellen Schwachsinn bspw. im Massentourismus usw. usf. zu fördern, während erhebliche Teile derselben entwickelten Gesellschaften in eklatante materielle Mängel, prekäre Arbeitsverhältnisse, kulturelle Deprivation und Verblödung, ja in den Mob abgedrängt werden, eröffnet in der Tat auch keine Lösungsmöglichkeiten für die säkulare Stagnation. Um so weniger, als solches betrieben wird vor einem strukturierenden globalen Hintergrund der zunehmenden Spaltung, die die Welt in privilegierte konsumaktive kapitalistische Spitzenländer gegenüber einer riesigen Masse von Arbeitssklaven und Rohstoffgruben verwandelt, die bei aller Schufterei niemals sich hocharbeiten können – und das nach dem Willen der kapitalistischen Zentren auch gar nicht sollen (China bildet hier eine bemerkenswerte Ausnahme, wobei der Kapitalismus dort auch nach innen hin diesen Gegensatz ausbildet).

Die Lösungen können aber auch nicht gefunden werden, indem man Strom nur noch aus „Erneuerbaren“ gewinnt, SUVs verbietet oder was auch immer.

Man muss vielmehr die ökonomischen und politischen Grundstrukturen in den Fokus nehmen, die den Ausbeutungssystemen auch bei solchen „radikalen“ Maßnahmen zuverlässig immer neue Schlupflöcher und Auswege garantieren.

Die Verengung des Problembewusstseins auf die CO2-Frage ist im Sinne dieses Kapitalismus. Er gewinnt riesige neue Profitquellen durch die staatlich erzwungenen Abwrackungen von Kraftwerken etc. und viele andere erzwungene Neuproduktionen, bspw. von Elektroautos.

Anstatt die Lebensgrundlagen der Menschheit zu schützen, werden hier die Profitgrundlagen des Kapitalismus erneuert. Sie werden technisch transformiert, aber eben damit erneuert.  Nach dem ökologischen Fußabdruck Zehntausender von Windrädern, der Rohstoffgewinnung für Batterien etc., nach den Arbeitsverhältnissen im Kongo dabei zu fragen ist unfein, das stört. Man darf sie schon mal  erwähnen, aber nicht in der Tiefe analysieren.

Es geht darum, letztlich die kapitalistischen Strukturen mittels „ökologischer“ Neuorientierungen zu retten. Das gesellschaftliche Bewusstsein in den entwickelten Ländern hingegen soll reduziert bleiben oder vielmehr noch weiter verschmälert werden.

Aber die Jugendlichen, die jetzt in die Öffentlichkeit gehen, spüren die Verlogenheit.

[Korrektur-Anmerkung 11.10.19: ich habe im ersten Absatz  die Erwähnung von „Extinction Rebellion“ gelöscht, die ich zuerst unvorsichtigerweise  neben „Fridays for Future“ gesetzt hatte, in der Meinung, das sei etwas Ähnliches. Ein interessantes Interview von Jutta Ditfurth hat mich belehrt, dass es sich um eine irrationalistische Sekte mit merkwürdigen Verbindungen handelt. Ich bitte die fehlende Recherche meinerseits zu entschuldigen.]

Technischer Hinweis zur Kommentarfunktion auf diesem Blog:

Bitte richten Sie Kommentare, Hinweise, Kritiken und alles Relevante an meine e-mail-Adresse wagrobe@aol.com. Die direkte Kommentarfunktion auf diesem Blog mußte ich, vor längerer Zeit bereits, leider abschalten, weil sie zur Abladung von  Massen von Webmüll mißbraucht wurde, der mit den Beiträgen absolut nichts zu tun hatte.

Ich verspreche jede sachlich irgendwie relevante Zuschrift dann im Anhang zu dem betr. Beitrag zu veröffentlichen, auch wenn sie mit meinen Ansichten garnicht übereinstimmen kann.

 

 

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The Protests in Hongkong

(published originally in German on Oct. 6th, 2019 by Walter Grobe. English translation by the author)

The protests by large numbers of youths in Hongkong, China’s special administrative area, that have started several months ago and are continuing unabated, are an important crisis point. Internationally, they deserve strong attention and answers. These, however, are not easily gauged and their consequences must be considered three times.

According to reports by German mainstream papers, the protesters’ unrest and their indefatigability have several different roots.

The primal trigger was a police law intended to facilitate extraditions of suspects to police and judiciary beyond the border, that is to the control of China’s central government. Although this project had been taken back by Hongkong’s administration under Mrs. Lam already quite long ago under the pressure of millions of citizens, the misgivings of large parts of Hongkong’s population could not be made unexistant. They are afraid of coming more and more under the all-comprising system of observation and of lacking civil rights vis a vis the state authority, a system that is emerging ever clearer and horrifying in the main part of China.

So far, following the interests of the Chinese central government, Hongkong was to develop a mixed structure: on the one hand it had ultimately to come under ever stronger and more direct subordination, on the other it was to offer an incomparably attractive location for international finance for global business as well as for transactions with China’s economy.

But by increasing its penetration of Hongkong’s systems of economy, politics, police and judiciary and of culture, the central government is in fact threatening not only elementary interests of large parts of the population but also the previous relative autonomy of international capitalism in the city. Its strategy, though, cannot be simply discarded as arbitrariness or short-sightedness which could be replaced by some concessions to the ill-fortuned of Hongkong as well as to international finance – that is of Western origin to an important degree – as far as it has locations there. If the central government were permanentely to tolerate that parts of China, e.g. a special administrative area Hongkong, would guarantee a clearly better legal position – as compared to the ordinary Chinese citizen’s – to large parts of its population as well as to international capitalism, all kinds of oppositional strands in China  would feel some encouragement. The whole development in China under the system Xi Jinping is running contrary to that. Hongkong has grown to be a very serious dilemma for this system.

In spite of the necessary fundamental criticism of the political situations in Western nations and above all of their, too, domination by Big Money: China’s capitalist system, culturally deeply characterized by authoritarianism, an imperial bureaucracy and a spirit of servility (as long as material well-being is given) is even less attractive.

Enthusiasm for a supposedly democratic USA, though, should be critically questioned among the protesters or those among them who might feel an inclination in that direction. In general, they would jeopardize their legitimate demands by letting themselves be instrumentalized by the US or by other powers in the so-called Free West. The rival superpower, the US, this secular violator and mass-murderer, are constantly engineering alterations of China’s system that are not intended to help the people in their struggle for better conditions of life, but solely to weaken the rising rival from inside. To be instrumental for this kind of “reforms” should not be tolerated by true democratic fighters in Hongkong or the whole of China. Solely the masses of China, not the agents of the US or the capitalist West in general, are able to find the right appraisals and decisions about how China should develop, what should be Hongkong’s future status etc.

 

According to many reports, the unrest in Hongkong is strongly driven also by the incredible social inequality that has not diminished but rather increased since Hongkong was given back to China. Millions of citizens cannot afford even a container-sized living space, whereas some real estate oligarchs are coffering billions of profits, and neither the local nor the central government have ever in practice put up even the least resistance to them. The billionaires’ gangs of Hongkong, as one analyst put it bluntly, are so closely related to the leadership of the ruling party “that president Xi Jinping cannot blame anybody other than himself and his predecessors for the social chaos in Hongkong.”

Regarding this, the unrest in Hongkong is aiming at these typical forms of today’s capitalism and its antidemocracy, too, which presently seem to have the upper hand globally, not only in China. Also for that it deserves great attention and sympathy internationally.

Again, I am stressing my opposition to any form of interference by other governments in the affairs of China, i.e. those of Hongkong, too. One of the reasons: China as a whole has conducted and won a huge struggle against colonialism and imperialism of the West and of Japan during the 20th century. This struggle was an inspiring example to the whole world. Any government of China, even the most hostile to its own people, would at any given moment be able to appeal to the historical consciousness of anti-imperialism and mobilize the people against attempted interferences, especially from the part of the US.

Also the fact that the last colony on Chinese soil, the British “crown colony” Hongkong, had ultimately to be given back to China less than three decades ago, is certainly part of the common political mind.

But when it is about criticizing and resisting a boundlessly greedy and antidemocratic capitalism, that in the West as well as in China as in other parts of the world is collaring everything under the sun and instigating the countries against each other, then we should clearly express our sympathy towards the movement in Hongkong and take part in promoting its legitimate demands.

 

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[As the comment function on this website had to be blocked long ago, readers are kindly requested to send criticism, additions, remarks etc. to my e-mail address wagrobe@ aol.com. I promise to add them to this piece subsequently, if they are not lacking any factual content.]

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