Die sind offensichtlich fällig.
In Deutschland ist die Politik der systematischen und bereits vor Jahrzehnten eingeleiteten Herunterwirtschaftung des Bildungswesens ja offenkundig. Nun bekommen wir sehr deutliche Bilder davon, dass es in Frankreich nicht besser, vielleicht noch schlechter aussieht. Ähnlich in Belgien, in Griechenland, in Albanien … und dort, vielleicht noch nicht hier, brechen nun die entsprechenden Unruhen los.
Die Regierungen müssten eigentlich feststellen, dass ihre gesamte Gesellschaftskonzeption herausgefordert ist.
Daher erwarte ich auch nicht, dass sie in der Bildungspolitik prinzipiell umsteuern werden.
Wenn man die junge Generation dermaßen schlecht behandelt, wird – für mein Empfinden – im Umrissen fassbar, welche zukünftige Gesellschaft die Regierenden und die Kapitalmächte, die hinter ihnen stehen, eigentlich ansteuern: schlecht ausgebildete Massen von Millionen junger Menschem, die das Kapital produktiv kaum noch gebrauchen kann und auch gar nicht will, Massenarbeitslosigkeit, Verelendung, Kulturlosigkeit, Mangel an kultiviertem Umgang mit anderen Menschen und Meinungen, Aufhetzung orientierungsloser Bevölkerungsteile gegen andere…. die europäischen Gesellschaften in tiefem Verfall und in Verlust ihrer humanen Traditionen.
Wenn erhebliche Teile der jungen Generation den organisierten Ruin von Bildung und gesellschaftlichem Zusammenhalt nicht mehr mitmachen wollen, könnten vielleicht auch andere Teile der Gesellschaft Anstöße verspüren, den unguten Weg, den sie bisher ziemlich angepasst, ahnungslos, widerstandslos mitgegangen sind, zu überdenken.
Es gibt anscheinend verschiedene politische Sondermotive, die in die Aktionen der Schüler hineinspielen bzw. von interessierter Seite hineingespielt werden. Die Aktionen sind mE fundamental berechtigt, aber man sollte negative Teilmomente nicht völlig ausblenden. Medial werden islamistische Umtriebe erwähnt und vielleicht bewusst in Berichten besonders unterstrichen. Außerdem sei, so Medienberichte, so etwas wie Generationenhass geäußert worden – eine Abrechnung einer jungen Generation, deren Zukunft elend aussieht, mit älteren Semestern, die noch fett leben und sich um nichts kümmern, werde angedeutet.
Dazu in aller Kürze meine Gesichtspunkte:
In Frankreich dürfte ein Großteil der jungen Generation, die jetzt die Proteste hervorbringt, muslimische kulturelle Hintergründe haben. Die Politik Israels mit ihren zahllosen Schandtaten gegenüber den zum Teil noch muslimisch geprägten Bevölkerungen der Region von Ägypten bis zum Irak bringt zwangsläufig in der Breite Hass gegenüber diesem Staat hervor, der seinereits von islamistischen Bewegungen, die in der Substanz auch nicht besser sind, genutzt und in allgemeinen Judenhass umfunktioniert wird. Auf diese Weise setzt sich der Zustand von weder Krieg noch Frieden seit Jahrzehnten in unproduktivster und zerstörerischster Weise fort und wird massiv von den Machthabern in USA, Israel und den diversen islamischen Geldsäcken wie denen Saudi-Arabiens genutzt, um ihre Macht auszubauen. Wenn muslimische und propalästinensische Richtungen keine klare Trennung von islamistischen Strömungen zustande bringen, wird sich der Höllenzirkus nur fortsetzen und zunehmend auch in die französische Gesellschaft, in andere europäischen Gesellschaften hineinwuchern. Nicht alle Gruppen, die Freiheit für Gaza und Palästina fordern, sind in meinen Augen unterstützenswert. Sie werden durchaus hinter den Kulissen von denselben Machthabern unterstützt, die auch Israel unterstützen.
Die Parole ‚weg mit den Boomern‘ ist auch nicht besser. Wenn erhebliche Teile der Jüngeren in einen derartigen mindset bugsiert werden, ist der gesellschaftliche Absturz in die Inhumanität noch näher und die Gesellschaftsvorstellungen der Techbros. (Thiel, Musk, Karp – diese Namen hier als Beispiele) werden Wirklichkeit, ohne dass sie selber als Zerstörer und Massenmörder so stark in Erscheinung treten müssten.
Bei den Älteren und teilweise noch Wohlsituierten in Europa muss mE eine massenhafte Abkehr von der Mentalität der Kreuzfahrten und der dicken SUVs stattfinden, sodass Verständnis und praktische Unterstützung für die Massen der perspektivlosen Jugendlichen um sich greifen können. Einer Aufhetzung der Generationen gegeneinander muss entgegengearbeitet werden.
So weit mein erster spontaner Kommentar zu den jüngsten Meldungen.