Zäher Widerstand des Staates gegen Aufdeckung der Rolle von Verfassungsschutz und Justiz – Die Fälle Buback/Becker u.v.a.m

 

Erneut wird anläßlich des Verfahrens um die Rolle von Verena Becker bei der Ermordung des Generalbundesanwalts Siegfried Buback an zahllose „Ungereimtheiten“ von Polizei und Justiz bis auf den heutigen Tag erinnert. Die Fragen nach der Verwicklung der Geheimdienste, nicht nur fremdstaatlicher,  sondern vor allem auch der bundesdeutschen in die Aktivitäten der RAF liegen seit langem und in großer Dichte auf dem Tisch, und weiterhin weigert sich der deutsche Staat sie zu beantworten. Marcus Klöckner kritisiert das am 19.05 2012 in der „Telepolis“:

http://www.heise.de/tp/artikel/36/36961/1.html

Die Arbeit verschiedener Personen, die sich seit längerem um Aufklärung dieser dunklen Zonen des bundesdeutschen Staates und gewisser zentraler politischer Legenden seiner Selbstrechtfertigung wie der Legende um die RAF und den sog. Kampf gegen den Linksterrorismus bemühen, verdient Anerkennung.

Allerdings ist darauf zu verweisen, daß die Erkenntnisse, an die man sich inzwischen herangearbeitet hat bzw. noch heranarbeitet, bereits 1992 (!) in umfassender und prinzipieller Weise von Hartmut Dicke, dem Vorsitzenden der damaligen KPD/ML (Neue Einheit) dargelegt worden sind. Vor allem sein Beitrag v. 12.4.1992

„Die Staats-Connection. Hintergründe des bisherigen Terrorismus wie der sogenannten „RAF“ und „2. Juni“. * Es ist an der Zeit, daß die Drahtzieherei aus den Staatsorganen selbst ans Tageslicht gezogen wird * Funktionsweise dieser „terroristischen Gruppierungen“

http://www.neue-einheit.com/deutsch/extras/extra15d.htm

ist noch heute lesenswert.

Sicher sind inzwischen weitere Aufdeckungen, z.B. bezüglich des sog. Gladio-Systems der NATO-Staaten, erfolgt, die die Erkenntnisse erweitern. Aber angesichts der Klarheit und des frühen Zeitpunkts des Beitrags von H. Dicke muß man auch weiterhin die Frage stellen, wie  es eigentlich so lange hat dauern können, bis seine Aufdeckungen wenigstens teilweise und auch nur von einem kleinen Teil der Öffentlichkeit übernommen, bestätigt, bzw. auch durch eigene Anstrengungen, vielleicht in Unkenntnis der Arbeit von Dicke,  neu erarbeitet werden konnten.

Hoffentlich lassen die journalistischen und juristischen Anstrengungen zur Aufdeckung der schmutzigen Politik des bundesdeutschen Staates, die er mittels seines „Verfassungsschutzes“, mittels der Medien und auf vielen anderen Kanälen betrieben hat und weiter betreibt, nicht nach und kommen auch zu Erfolgen, die eines Tages dann nicht mehr bestritten werden können. Der finstere Charakter der zentralen Organe von Polizei und Justiz ist noch bei weitem nicht genügend bloßgelegt. Der Fall Buback, ähnlich wie der Fall Moro in Italien, kann durchaus exemplarischen Charakter beanspruchen. Auch ein Generalbundesanwalt, auch ein Ministerpräsident kann vom eigenen Apparat umgebracht werden, wenn er an unangenehmen Wahrheiten arbeitet, wenn er an unangenehme politische Veränderungen auch nur denkt, die den herrschenden Seilschaften, den herrschenden internationalen Machtcliquen an die Substanz gehen könnten.

Es kann einen der Ekel packen, wenn man – um nur ein aktuelles Beispiel zu nennen – an die Verdunklungskampagne der sog. Untersuchungsausschüsse und der Medien denkt, die jetzt in Form  angeblicher Aufdeckungen von „Versäumnissen“ der Staatsorgane im Falle der Thüringer Neonazi- und Mörderzelle (sog. NSU) betrieben wird – „Versäumnisse“ ganz ähnlich denen in den Fällen Buback, Schleyer und vielen anderen, die in Wirklichkeit systematischen politischen Charakter tragen. (s.a. mein kleiner Hinweis anläßlich der ersten Meldungen über das Ende von Böhnhardt/Mundlos, http://www.waltergrobe.de/2011/11/20/die-neonazis-und-das-sog-versagen-der-sicherheitsorgane/)

 

 

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