Die Unruhe in der arabischen Welt, die subversiven Tätigkeiten der USA und der Ansturm von Migranten auf die EU

Die Unruhe in zahlreichen nordafrikanischen und arabischen Ländern entspringt einer katastrophalen existentiellen Unsicherheit von großen Teilen der Bevölkerung, namentlich der Jugend, entspringt jahrzehntelanger brutaler polizeilicher Repression gegen jede Art von politischer Demokratie, entspringt einem verbreiteten Gefühl des Abgehängtseins von der modernen ökonomischen sozialen und kulturellen Entwicklung der Welt. Rebellion dagegen ist berechtigt und muß unterstützt werden.

Rebellionen allerdings, die nur so weit gehen, daß einige Führungsfiguren wie Mubarak resignieren müssen,  während der Militärapparat der Länder, der sogar besonders eng mit den USA verbunden ist, die Macht bei sich zentralisiert und den einheimischen wie den internationalen Kapitalismus unter allen Umständen zu sichern, ja fester zu installieren sucht,  sind höchst  fragwürdige Veranstaltungen.

Wie stark und mit welchen Methoden gerade die USA (wenn auch nicht sie alleine) in der aktuellen Welle der Unruhen in Tunesien, Ägypten, Jemen etc. die Strippen einer sog. „Demokratisierung“ ziehen und in Wirklichkeit die Militärdiktatur, fallweise mit Islamisten, Spekulanten-Demokraten und Menschenrechtlern a la George Soros ergänzt,  als Grundpfeiler weiterzuführen suchen, kann man bspw. einem Artikel von A.G. Marshall auf „Global Research“ entnehmen. (http://www.globalresearch.ca/index.php?context=va&aid=23202)

Hier wird einerseits zurecht die Ansicht vertreten, daß das globale politische Erwachen unweigerlich auch die Bevölkerung  der vom Islam und der arabischen Kultur geprägten Staaten erfassen muß; gleichzeitig aber auch gewarnt, die Taktiken der USA zu unterschätzen, die dieses Erwachen seit langem kommen sehen. Marshall führt u.a. aus, wie die USA es ganz bewußt in ihrem Sinn zu beeinflussen und in Strategien einzubauen suchen, die ihre politisch-militärisch-kulturelle Vorherrschaft verlängern und dem internationalen Kapitalismus das Überleben sichern sollen.

Einen charakteristischen und wenig erfreulichen politischen Zug hat diese bisher weitgehend unter Kontrolle verlaufende „Rebellion“ in Nordafrika in den letzten Tagen bereits offenbart.

Der Ansturm tunesischer und bereits auch ägyptischer Auswanderer auf die EU via Italien entstammt sicher nicht einem angeblichen Zusammenbruch der tunesischen oder ägyptischen Grenzüberwachung, denn in diesen Ländern ist der alte Staatsapparat noch weitgehend intakt und zweifellos in der Lage, solche Dinge zu kontrollieren. Der Ansturm sollte vielmehr einmal unter dem Aspekt analysiert werden,  wessen Interessen es eigentlich dient, wenn solche Dinge sich ausweiten und in der Perspektive weitere Millionen von Menschen, nicht wie in den Jahrzehnten bisher nach und nach einsickern bzw. auch von bestimmten Behörden und Kapitalisten in die EU hereingezogen werden, sondern sich in eruptiver Weise an die europäischen Küsten schleudern lassen.

Ein solcher Prozeß dient zunächst in keiner Weise der Entwicklung der Demokratie und der eigenen wirtschaftlichen Grundlage von Ländern wie Tunesien oder Ägypten. Er dient den dortigen herrschenden Kreisen im Gegenteil dazu, Massen potentiell rebellischer Jugendlicher loszuwerden, die elementaren Probleme der Volksernährung und der Arbeitslosigkeit zu vermindern, mit erhofften Steigerungen von Auslandsüberweisungen ihre bankrotten Staatsfinanzen und Außenhandelsbilanzen zu stopfen, usw. usf. Auswanderung im Massenumfang war noch nie der inneren Entwicklung solcher Staaten förderlich, sondern diente im Gegenteil der Minderung revolutionären Drucks und der Erhaltung der reaktionären Strukturen. Das Beispiel der Türkei seit den siebziger Jahren ist bekannt.

Weiter dient ein solcher Prozeß natürlich den USA dazu, den Druck auf die EU und die Subversion in der EU zu steigern. Die USA sind schon seit Jahrzehnten, sowohl offiziell von Regierungsseite wie noch mehr inoffiziell, bspw. über Medien und sog. Menschenrechtsorganisationen, höchst engagiert in dem Geschäft, die Aufnahme von Migrantenmassen aus rückständigen Ländern, insbesondere aus islamisch geprägten, den europäischen Ländern, insbesondere Deutschland und Frankreich, zu empfehlen und auch den entsprechenden politischen und moralischen Druck zu machen. Dafür haben sie in den europäischen Ländern selbst wie auch in den menschenexportierenden Ländern zahllose Kanäle. Die USA machen überhaupt kein Hehl aus ihrer Meinung, daß eine noch weiter vermehrte Migration aus der Türkei, aus nordafrikanischen und arabischen Ländern für Länder wie Deutschland, die an Bevölkerungsverminderung, Vergreisung und Arbeitskräftemangel leiden, die richtige Rezeptur seien. Gerade die USA selbst aber sind über ihre Meinungsmache und ihre kulturellen Produkte, z.B. Filme, seit Jahrzehnten der Haupttreiber  einer gewissen lebensfeindlichen Mentalität unter vielen Deutschen, denen als angeblichen wurzelhaften Nazis eigentlich kein Fortpflanzungsrecht zukomme und denen die Siegermacht die moralischen und politischen Rahmenbedingungen zu setzen habe.

In diesen Machenschaften werden die USA allerdings sie von erheblichen Teilen gerade auch der deutschen herrschenden Kreise unterstützt, die nicht bereit sind, der eigenen Bevölkerung die sozialen Bedingungen für ausreichenden Nachwuchs zuzugestehen, die die Bildungssysteme systematisch verschlechtern statt auszubauen, dafür aber gern billige Arbeitskräfte, auch gern qualifizierte Arbeitskräfte und Wissenschaftler aus dem Ausland beziehen und insgesamt eine Ausweitung reaktionärer Potentiale im Lande unterderhand betreiben.

Ein  besonders unverschämter Exponent dieser volksfeindlichen Politik sind die Grünen, aber diese Politik zieht sich durch das gesamte Spektrum der Parteien und bourgeoisien Verbände. Die sattsam bekannte „Ausländerfeindlichkeits“- Keule wird gegenüber allen kritischen Stimmen eingesetzt.

Mit Italien findet sich für die Machenschaften, die hinter dem Migrantenansturm stehen, leider so etwas wie ein weicher Unterleib der EU. Das Land ist politisch verkommen, von mafiösen Strukturen durchsetzt, steht von den Staatsfinanzen her auf der Vorrangliste der Wackler und ist von daher leichter politisch zu erpressen oder auch einfacher mattzusetzen, sollte es Gegenwehr leisten. Die Verkommenheit der europäischen bourgeoisen Strukturen, auch der EU-Bürokratie, zeigt sich an diesem Land in einer spezifischen Weise (was nicht heißt, daß bspw. Deutschland weniger korrupt sei). Es macht durchaus Sinn für die internationale politische Subversion gegen die europäischen Völker und ihren Zusammenhalt, gerade Italien ins Visier von weiteren Migrantenströmen zu nehmen. Für die europäischen Bevölkerungsmassen ist es erstrangig erforderlich, sich mit dem verkommenen inneren Regime, mit seinen Grundlagen auseinanderzusetzen. Alles andere führt in oberflächliches Rumgemecker, das die entscheidenden kapitalistischen und bürokratischen Strukturen ausspart und natürlich derzeit in den Medien besonders gefördert wird – man könnte einen Autor mit der Initiale S. hier beispielhaft erwähnen – und damit in den umso sichereren weiteren Ruin.

Es ist in der modernen Gesellschaft normal und unvermeidlich, daß die verschiedenen Länder sich auch bevölkerungsmäßig stärker miteinander verbinden. Es ist positiv, wenn in unserem Land und vergleichbaren Ländern größeren Zahlen von Menschen aus aller Herren Länder Arbeits- und Bildungsmöglichkeiten eröffnet werden, ebenso wie es umgekehrt selbstverständlich werden sollte bzw. bereits ist. Wenn Migration aber gerade in Europa jedes vermünftige Maß sprengt und der einheimischen Bourgeoisie dazu dient, die eigene Nation weiter unter Druck zu nehmen, die Löhne weiter zu senken, mittelalterliche Unkulturen und Bildungsferne noch zu verstärken und alle möglichen subversiven Subkulturen zu etablieren, die sie dann gegen die Hauptbevölkerung und gegeneinander auszuspielen pflegt, dann muß zum Kampf dagegen aufgerufen werden. Gleichfalls muß den Versuchen der USA und anderer Mächte ein klares Veto angesagt werden, die EU durch weitere Migrantenmassen gerade aus islamisch geprägten Ländern kulturell  und sozial weiter zu schwächen und im  Inneren der EU noch mehr politische Manövriermasse für die Interessen des internationalen Kapitalismus und der Noch-Führungsmacht USA (vielleicht auch anderer ausländischer Mächte) zu schaffen.

Die EU darf keinesfalls gegenüber solchen Erscheinungen wie den sich andeutenden Massenansturm aus Nordafrika sich weich verhalten, sondern muß sie mit allen Mitteln auch der Grenzkontrolle unterbinden. Die Nordafrikaner sind in erster Linie selbst dafür verantwortlich, wie ihre Länder ernährt, entschuldet und auf den Pfad moderner industrieller und wissenschaftlicher Entwicklung gesetzt werden. Dabei können und sollen europäische Länder durchaus helfen und können auch selbst wirtschaftlich und kulturell dabei profitieren.

Viel mehr noch allerdings ist erforderlich, daß sich auf beiden Seiten des Mittelmeers moderne demokratische Strukturen entwickeln und zusammenarbeiten, die auch in der Lage sein müssen, die Unfähigkeit des Kapitalismus zu thematisieren, die Länder in erforderlichem Tempo und sozialer Qualität zu entwickeln. Sollten die Unruhen bald oder mit der Zeit auch solchen Konsequenzen führen, dann hätten sich ihrer derzeitigen Anstachler und Kontrolleure in die eigenen Finger geschnitten. Aber das sind vorerst wohl nur schöne Wünsche. Bisher sind – von hier aus – noch keinerlei Meinungen oder gar Strömungen zu erkennen, die die Grundfragen auch nur deutlich ansprechen: wie werden Länder wie Ägypten ernährt, entschuldet, industrialisiert und modernisiert?

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Oettingers Öko-Konzept für die EU-Stromnetze, Details

Oettinger, der derzeitige Energiekommissar der EU, fordert in einem FAZ-Interview vom 2.2.2011  die Ökologisierung des europäischen Stromnetzes.

http://www.faz.net/s/Rub0E9EEF84AC1E4A389A8DC6C23161FE44/Doc~E817DC35BF80D4BE0932A4B57C74BDFCA~ATpl~Ecommon~Scontent.html

Außer der weiteren Steigerung der direkten Belastung der Bürger durch Steuererhöhungen und weitere Strompreiserhöhungen wird dies die Finanzspekulation verstärken. Oettinger spricht ausdrücklich davon, die entsprechenden Anlagen von sog. Investoren finanzieren bzw. kofinanzieren zu lassen.

Die Finanzspekulation wird hier, wie in vielen anderen Bereichen, durch staatlichen Zwänge weiter begünstigt oder sogar erst hervorgerufen. Diese Spekulation wird die Preise weiter treiben.

Um eine solche Politik vernünftig erscheinen zu lassen, spricht er davon, man dürfe den Strompreis nicht zu stark steigen lassen, da sonst eine Spaltung der Gesellschaft drohe, manche könnten sich Wärme im Winter und Kühlung im Sommer schon nicht mehr leisten. M.a.W. Die Strangulation der europäischen Industrie und der ärmeren Privathaushalte soll verstärkt, aber diese Verstärkung begrenzt werden.

Es handelt sich um lächerliches Sozialgetue, als könnten weitere drastische Steigerungen der Strompreise irgendwie so in der Ökonomie untergebracht werden, daß alle profitierten. Oettinger ähnelt dem Räuber, der gerade ein Opfer stranguliert und dabei in die Kamera fordert, daß nicht zu viele seinesgleichen aus den Gefängnissen freigelassen werden sollten.

Bessere, belastungsfähigere, weniger Verluste produzierende europaweite Stromnetze sind als solche sicher keine falsche Perspektive, jedenfalls wenn dadurch der günstige Strom aus KKW, bspw. aus Frankreich oder Tschechien, auch in einem Land wie Deutschland stärker verkauft werden kann.

Oettinger fordert jedoch etwas anderes, den Ausbau von Stromnetzen in dem Sinne,, daß sog. offshore-Windparks westlich von Großbritannein (ohnehin als EU-Mitglied ein Wackelkandidat) oder sog. Desertec-Solarstrom aus Nordafrika ermöglicht werden.

Letztere Spekulation erscheint besonders sinnvoll in Zeiten, da sich politische Umschwünge in diesen Ländern abzeichnen, die eine künftige willkürlich hervorgerufene Abhängigkeit der Stromversorgung der EU von dem Wohlwollen dortiger Regierungen doppelt fragwürdig erscheinen lassen.

All das kann das nur einer ganz bestimmten,  und zwar einer besonders ruinösen Richtung in den herrschenden Kreisen dienen. Man kreiert, für eine Minderheit des Kapitals, zwar kurzfristig ein Plus an staatlich gesponsorten Aufträgen und Spekulationsmöglichkeiten und hilft so dem Kapitalismus insgesamt– vermeintlich – noch einmal aus der Verwertungskrise, drückt jedoch die große Masse der Bevölkerung und auch die Masse der Unternehmen weiter nach unten. Man begünstigt die ausländische Konkurrenz und die Desindustrialisierung weiter.

Ich erlaube mir, drei in manchen Details treffende Leserkommentare zu dem Oettinger-Interview hier wiederzugeben. Ihre Autoren haben sicher nichts gegen eine zustimmende Weiterverbreitung einzuwenden.

Bertram von Steuben (Elim_Garak) schreibt:

„Wir können uns keinen zu hohen Strompreis leisten“ ist Ihr Gespräch überschrieben.
Wir HABEN bereits einen zu hohen Strompreis!
Geschuldet der von vielen verkannten tatsache des staatlich verhinderten freien Stommarktes. Könnte ich bei einem französischen Stromanbieter direkt meinen Strom bestellen (und bezahlen 🙂 läge mein Strompreis bei etwa 10ct/kwh.
Die deutschen Vorgaben verbieten mir das jedoch!
Wozu haben wir den die EU??????
Könnten wir den Strompreis halbieren, wäre das wie ein Turbo für die deutsche Wirtschaft. Die hohen Energiepreise sind die Würgeschlinge, die den gesamten Warenhandel und die Dienstleistungen abwürgen, denn der absurd überhöhte Strompreis wird in allen Bereichen bis zum Endverbraucher durchgedrückt.
Nur durch ideologisch motivierte Gesetzgebung werden über die Jahre 100te Milliarden! € verplempert, die für die Entwicklung der deutschen und damit auch der europäischen Infrastruktur fehlen!

Klaus Ermecke (kermecke) schreibt:

Manchmal werden Aussagen erst dadurch transparent, daß man Sie umdreht. Oettinger erklärt, daß 210 Milliarden Euro ausgegeben werden sollen, um die Netze für „Erneuerbare Energien“ auszubauen. Anders ausgedrückt heißt das, daß man gegenüber der jetzigen Planung 210 Milliarden einsparen könnte, wenn man die Fixierung auf die unbrauchbare Windenergie schlicht über Bord kippte!
Was wir hier erleben können, ist die Gültigkeit des alten Sprichworts, daß eine grundsätzliche Fehlentscheidung am Anfang immer weitere Fehlentscheidungen nach sich zieht. Was Oettinger im Prinzip beschreibt, ist eine immer weiter ausufernde und groteske PLANWIRTSCHAFT! Nicht Fachleute in Unternehmen entscheiden, wo eventuell eine Stromleitung erneuert oder welches Kraftwerk gebaut werden soll, sondern Ideologen in politischen Hinterzimmerzirkeln. Das Ergebnis ist der relative Niedergang Europas im Wettbewerb mit all den Ländern, die allein auf wirtschaftliches Wachstum und Effizienz setzen.
Den FAZ-Interviewern sei Dank für ihre kritischen Fragen. Trotzdem eine Rüge zum Schluß. Das Konzept einer „Klimapolitik“ ist Nonsense. Eine Reihe deutscher Physiker und Meteorologen hat die Behauptung einer CO2-getriebenen Erderwärmung längst widerlegt.

Kay Schmelzer (weitererfazleser) schreibt:

Im Ländle ein Lachplatte und hier ein Hampelmann der  EVU’s
Irgendwie muss ich schmunzeln, der Strom ist in De extrem teuer und als ehemaliger EVU’ler kenne ich die Erlösmarge der früheren pro KW Gewinne.
So viel wie heute alleine mit der Durchleitung verdient(Gelddruckerlaubnis) wird, hatten die EVU noch nie verdient(siehe Bilanzen der letzen 30 Jahre)
Wenn jetzt dieses Ammenmärchen von EU muss Leitungen bauen kommt, weil die Armen, meist Stadtwerke, ihren Strom gar nicht vom Offshore an Land bringen.
Dann sollten sich die Politiker der EU und den Staaten darauf einrichten, dass es von N-Afrika für Regierungen weg – zu – demonstrieren nicht so weit ist.
Wer Windkraft unnötig sät wird wegen subventionbetrugstatbestand nicht unter 5 J. Stromlos bestraft(oder Dschungelcamp)auch dann, wenn später der Strom per Schiff an Land gebracht wird………
Die Leitungen bis an Wasser sind da und die EVU haben die Verpflichtung per Gesetz (übrigens der gleichen Politiker) den zu nehmen mit dem EEG-Vergütungsatz den die Privat-Endverbraucher zahlen.
Ötinger muss weg, E’U-Parlament muss vom Wähler gestutzt werden und die Nationalen Politiker in die Soziale Wüste geschickt werden die sie produziert haben.

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The mass uprisings in the Arab world – Egypt

The mass uprising in the most important cities of Egypt is a much more massive eruption of the unrest in the Arabian world than previously in Tunisia – the courageous trailblazer. While it is still uncertain how the regime will react, how long it can still persist, perhaps, and which political forces will eventually establish themselves in its place, the relatively uninformed observer from abroad has to restrain himself to expressing his sympathy for the country, with its more than 80 million inhabitants by far the largest in the region, and to stressing the desire for a real upheaval that succeeds in replacing the anti-people, anti-development, brutally exploitive and encrusted regime of Mubarak by new forces that will less deprive the masses of their rights, at least.

Hopefully, the masses will go beyond that, conquering more stable democratic positions and more political rights. The struggle for positions of power has only begun.
There is one point which, in my opinion, deserves to be stressed just now, for the insurgents in the Arabian world as well as for all those sympathizing in other parts of the world: the question how the many millions of youth and young grown-ups there, the large majority of which, about 80%, are without jobs and perspective, are going to find employment in the future. Why is it that the established regimes as well as the international economy have completely failed at creating economic fundaments, the indispensable prerequisites for democracy and the political and cultural emancipation of the masses? How could it happen that these nations are very young – more than half of the population of Egypt, for example, are less than 30 years old – and, simultaneously, their unemployment reaches 70 or 80 percent? Such information can be found, too, occasionally in our media, it deserves, though, to be put center stage ( its exactness needs to be checked, of course). The conditions are not very different in many more countries around the globe.
Here shows, in my opinion, not only the bankruptcy of the present regimes but also to which degree the present capitalist system is incompatible with the most elementary vital demands of large parts of today’s world population. This capitalism permits the development of the productive forces, in the foremost place the humans who can work and mature, only in a restrictive manner. Wherever masses of people cannot immediately produce profits for capitalism, where e.g. investments in economic fundaments cannot be turned into maximum profit, where capitalism may think of conserving underdevelopment, poverty, underconsumption and lack of education as more opportune (as ruling becomes easier, thus? as development can be permitted only in certain spots of the globe, because international structures of power must be preserved?), capitalism drops the development of the productive forces as blatantly as it  gloats over them in other places.
Islamistic currents, by the way, in their peculiar ways and in their habitats, are especially radical promotors of this kind of anti-emancipation. Basically, they are opposed to an uprising as it is showing now. It is possible to talk of collusion, of a kind of backstage interplay between the most reactionary international currents of capitalism and those islamistic forces.
The criticism required now must, in my eyes, turn in the first place also against the international capitalist system, which is still keeping economies like the Tunisian and the Egyptian ones in dependency and over-indebtedness, in a humiliating way.  The reactionary regimes rightly put under fire now obey these dependencies. Obviously, the debate cannot stop with them. Positive results will be obtained only if it encompasses the international reality, international capitalism and its leading centres of power, and if it results in concepts which promise to be new and vital in confronting those powers.
The uprisings in the Arab world could also be understood as a stimulus  for the youth of the developed nations, who themselves are increasingly getting to know the brutal selection by capitalism and are being pushed to the margins of social life themselves, even if this is less openly  and offensively put into practice here, yet. Certainly it would be a good thing if especially the young generations on both sides of the Mediterranean came into better contact now and also would discuss politics and economics.

(translation, of my own, of the previously published contribution in German)

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Zu den Volksaufständen in der arabischen Welt – Ägypten

Mit dem Aufstand der Volksmassen in den wichtigsten Städten Ägyptens kommt die Unruhe in den arabischen Ländern nunmehr viel massiver zum Ausbruch als zuvor in Tunesien – dem mutigen Vorreiter. In Ungewißheit, wie das Regime reagieren wird, wie lange es sich vielleicht noch hält und welche politischen Kräfte sich eventuell an seiner Statt durchsetzen werden, kann man dem mit seinen mehr als 80 Millionen Menschen bei weitem größten Land der Region – als relativ uninformierter Beobachter von außen – vorerst nur Sympathie und den Wunsch aussprechen, daß tatsächlich ein Umsturz gelingt, der das volksfeindliche, entwicklungsfeindliche, in brutaler Ausbeutung verkrustete Regime von Mubarak ersetzt durch neue Kräfte, die das Volk wenigstens weniger entrechten. Hoffentlich gelingt es darüber hinaus den Volksmassen auch, sich festere demokratische Positionen und Mitspracherechte zu erobern. Der Kampf um Machtpositionen hat gerade erst begonnen.

Besonderer Betonung und Beachtung wert scheint mir für die Aufständischen in der arabischen Welt und alle in anderen Teilen der Welt, die mit ihnen sympathisieren, jetzt die Frage, wie die vielen Millionen Jugendlichen und jungen Erwachsenen dort, die heute zu 80% oder mehr arbeits- und perspektivlos sind, zukünftig Arbeit finden werden. Warum haben sowohl die bisherigen Regime wie auch die internationale Ökonomie völlig versagt bei der Schaffung wirtschaftlicher Grundlagen, auf denen sich Demokratie, politische und kulturelle Emanzipation der Massen überhaupt erst aufbauen können? Wie konnte es dahin kommen, daß diese Länder gleichzeitig sehr jung sind, mehr als die Hälfte der Bevölkerung bspw. Ägyptens ist jünger als dreißig Jahre, und ihre Arbeitslosigkeit gleichzeitig bei 70 oder 80 % liegt? Solche Angaben (ihre Genauigkeit muß überprüft werden, was ich natürlich nicht beanspruchen kann) finden sich unter ferner liefen auch gelegentlich in unseren Medien, verdienen aber ins Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt zu werden. Nicht viel anders steht es in vielen weiteren Ländern rund um den Globus.

Meiner Ansicht nach tritt hier nicht nur der Bankrott der jeweiligen Regime zutage, sondern auch die Unverträglichkeit des heutigen kapitalistischen Systems mit den elementaren Existenzforderungen großer Teile der heutigen Weltbevölkerung. Dieser Kapitalismus läßt die Entfaltung von Produktivkräften, und das sind vor allem und in ganz besonderer Weise die Menschen, die arbeiten und sich entwickeln können, nur in begrenzter Weise zu. Wo Menschenmassen nicht unmittelbar Profit für das Kapital erbringen können, wo bspw. Investitionen in wirtschaftliche Grundlagen nicht rasch genug in Maximalprofit umgesetzt werden können, wo es bspw. dem Kapital günstiger erscheint, Unterentwicklung, Armut, Unterkonsumtion und mangelnde Bildung zu konservieren (auch weil es sich so besser herrschen läßt? weil zur Aufrechterhaltung internationaler Machtstrukturen Entwicklung nur an bestimmten Stellen des Globus sein darf?), da läßt es Entwicklung der Produktivkräfte ebenso eklatant vermissen wie es sich an anderen Stellen mit Entwicklungen brüstet.

Übrigens sind islamistische Strömungen auf ihre Art und an ihrem Platz besonders radikale Promotoren dieser Anti-Emanzipation und stehen im Prinzip grundsätzlich quer zu einem solchen Aufbegehren, wie es sich jetzt zeigt. Man kann durchaus von Kollusion, von einer Art hintergründigen Zusammenspiels zwischen den reaktionärsten internationalen Strömungen des Kapitalismus und solchen islamistischen Kräften sprechen.

Die jetzt notwendige Kritik betrifft daher in meinen Augen vor allem auch das internationale kapitalistische System, von dem die Volkswirtschaften solcher Länder wie Tunesien und Ägypten in geradezu erniedrigender Weise nach wie vor in Abhängigkeit und Überschuldung gehalten werden. Solchen Abhängigkeitsverhältnissen entsprechen die reaktionären Regime, die jetzt mit Recht so massiv unter Beschuß kommen. Logischerweise kann die Auseinandersetzung bei ihnen nicht stehen bleiben, sondern sie wird nur dann zu positiven Ergebnissen führen, wenn sie die internationalen Realitäten, den internationalen Kapitalismus und seine führenden Machtzentren in die Kritik einbezieht und Konzepte entwickelt, die denen gegenüber neu und überlebensfähig zu sein versprechen.

Die Aufstände in der arabischen Welt können mE auch als eine Anregung an die Jugend der entwickelten Länder verstanden werden, die zunehmend selbst die brutale Auslese durch das Kapital kennenlernt und zu erheblichen Teilen selbst an den sozialen Rand gedrängt zu werden droht, auch wenn das hier bei weitem noch nicht so offen und kraß praktiziert wird wie dort. Es wäre bestimmt gut, wenn gerade auch die jungen Generationen auf beiden Seiten des Mittelmeers jetzt stärker in Kontakt treten und auch über Politik und Ökonomie diskutieren würden.

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