Syrien – ein Interview mit Assad in der „FAZ“

Die “FAZ” bringt am 17.6. 13 ein ausfürliches Interview mit Assad, dem Präsidenten Syriens.

http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/naher-osten/syriens-machthaber-assad-im-f-a-z-gespraech-europa-wird-den-preis-fuer-waffenlieferungen-zahlen-12224899.html

Interessant auch das Spektrum der Lesermeinungen, die kurz nach Erscheinen des Interviews schon sehr zahlreich eingegangen sind.

Was die geopolitische Bedeutung der Kämpfe in Syrien betrifft, kann man meine eigene Meinung nachlesen, notiert im März d.J., unter

http://www.waltergrobe.de/2013/03/16/was-ist-der-kern-der-bewaffneten-auseinandersetzungen-in-syrien-woher-die-politischen-eiertanze-europaischer-regierungen/

Ein großes Fragezeichen betrifft die Haltung Frankreichs unter der Hollande-Regierung.

Generell möchte ich zu den Äußerungen Assads anmerken, daß er zwar auf die internationalen Machenschaften zur Chaotisierung und Islamisierung Syriens eingeht, aber nicht auf das wesentlichste Ferment der Unruhe im arabisch-vorderorientalischen Raum und überhaupt in islamisch geprägten Gesellschaften: daß nämlich große Teile der Bevölkerung nicht mehr bereit sind, die katastrophalen sozialen Verhältnisse, die kulturelle und technische Rückständigkeit, die brutale Versteinerung der Regimes  und die Abgeklemmtheit von der internationalen Entwicklung hinzunehmen – Verhältnisse, die auch in Syrien, wenn auch vielleicht nicht so kraß wie in anderen Ländern der Region, vorherrschen. Die islamistisch-fundamentalistischen Kräfte mit ihrer Barbarei sind selbst eine – langfristig vergebliche – Reaktion auf solche Herausforderungen durch die Massen, und die neokolonialen Machenschaften der USA und anderer sind es ebenfalls. Wer in diesen Ländern progressive Alternativen formulieren und organisieren kann, bleibt einem Leser unserer offiziellen Medien wie mir allerdings leider dunkel, unsere Medien und unsere Politiker jedenfalls tun nichts dafür, solche Neuerungen, wenn es sie denn gibt, erkennbar zu machen

Was Assad relativ deutlich formuliert, daß nämlich die massive Förderung islamistischer Halsabschneider in Ländern der unmittelbaren europäischen Peripherie den verstärkten Zugang dieser Elemente zu Europa selbst zur Folge hat, dem ist mE zuzustimmen. Genau das ist ein Element, das bei US-Strategen eine gewichtige Rolle spielt, und es nimmt nicht Wunder, daß Großbritannien mit von der Partie ist. Was für ein Spiel die Hollande-Regierung hier spielt, kann ich momentan nicht analysieren – großes Fragezeichen, wie gesagt.

 

 

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