An die Leser meines Blogs

Ich bitte um Nachsicht. Hier ist in der letzten Zeit nur wenig Neues erschienen und das wird wahrscheinlich sich so bald auch nicht ändern, denn ich habe einigermaßen viel Anderes zu tun und komme nicht dazu, neue Beiträge zu schreiben.

Das Andere spielt sich in Netzwerken und Gruppen ab, die sich seit der Ausrufung der Coronapanik vor nunmehr etwa eineinhalb Jahren gebildet haben und nicht nur die Maßnahmen kritisieren, sondern auch zunehmend sich der Hintergründe annehmen und in die Tiefen der kapitalistischen Misere hineinleuchten, aus der solche widerwärtigen Würmer wie permanenter Notstand und dauerhafte digitalkapitalistische Versklavung der Bürger hervorkriechen.

Für solche Netzwerke habe ich vor kurzem einen Beitrag geschrieben, den ich hier wiedergebe und am Ende ein wenig ergänze. Es geht darin um die tiefe kapitalistische Krise.

Sein Wortlaut (12.11.21):

Die Diskussionen um das „Corona-Narrativ“ bleiben in Vordergründigem hängen.

Dass die medizinischen Fragen in den Chats und vielen anderen Foren ständig um und um gewälzt werden, ist zwar nachvollziehbar und bisher auch unumgänglich. Man will natürlich wissen, was medizinisch tatsächlich los ist, um die Gegenseite überführen zu können, dass sie mit Unwissen und Manipulation arbeitet; und man ist gezwungen, für das eigene Weiterleben praktische Handhaben zu suchen – wie entkomme ich Impfzwängen, wie muss ich mich schützen und ggf. behandeln.

Aber es spielt keine große Rolle, ob in den medizinischen Fragen endlich mehr Klarheit gefunden wird oder nicht.

Die Klarheit wird einstweilen weiter verfehlt werden. Die Gegenseite braucht weiterhin maximale Unklarheit, um behaupten zu können, die Größe der Gefahren sei noch immer nicht richtig erfasst, Schlimmeres als bisher sei jederzeit möglich, und da sie verantwortungsvollerweise damit rechne, sei alles nur im Interesse der Bevölkerung. Diese habe Einsicht und soziales Verantwortungsgefühl zu zeigen, indem sie weitere Einschränkungen hinnehme; die Kritiker hingegen seien asozial und wissenschaftsfeindlich und müssten letztlich bestraft werden.

Also wird die Gegenseite weiterhin alles unternehmen, um maximale Unklarheit zu schaffen.

Sollten trotzdem nach und nach einige wissenschaftliche Fundamentalien herausgearbeitet werden können – z.B. eine Systematik der derzeit aktiven Erreger, der typischen Verläufe sowie der guten Behandlungsmethoden -, und sollte es nach und nach möglich werden, die sog. Anti-Corona-Maßnahmen in der breiten Öffentlichkeit durch unbestechliche und kompetente Mediziner und Statistiker beurteilen zu lassen, dann wird das die Gegenseite nicht beirren. Sie wird weitermachen und erst rech ihre direkten Machtmittel ins Spiel bringen.

Sie handelt von Anfang an und aus Prinzip nicht unter Aspekten der Gesundheit der Bevölkerung. Auch die Meinung, Regierungen wie die deutsche hätten anfangs noch verwirrt-falsch gehandelt und versuchten jetzt trotz gewachsener Einsicht zu verhindern, dass sie zur Verantwortung gezogen werden, fällt auf das medizinisch orientierte Narrativ herein. Es ging nie ernsthaft um den Schutz der Mehrheit, im Gegenteil, und von vornherein nicht. In ihrem eigenen Sinn hat auch die deutsche Regierung von Anfang an konsequent gehandelt, indem sie massenweise sogenannte Fehler begangen hat. Sie hat faktisch maximale Krankheitseffekte und maximale Angst in der Bevölkerung planmäßig herbeigeführt.

Die emotionale Fixierung, es brauche nur noch stärkere, noch überzeugendere Widerlegungen der medizinischen und gesundheitspolitischen Maßnahmen und dann müssten sie doch endlich einmal fallen oder relativiert werden, hält uns am Boden fest.

90% der Chats oder mehr scheinen mir weiterhin von dieser unangebrachten und unreflektierten Voraussetzung getragen zu werden. Viel eher wird die Gegenseite die Maßnahmen weiterführen und sich noch mehr als bisher hinter einem Schein von ungeklärten wissenschaftlichen Problemen verstecken; oder aber, wenn die globale politische Entwicklung in eine neue Lage führen sollte, bspw. in militärische Auseinandersetzungen, werden die Maßnahmen durch weitere Notstandsmaßnahmen ergänzt, überdeckt, vielleicht sogar an die Seite geschoben. Besser wird es dadurch nicht.

Die gegenwärtige Gesellschaft wird nicht von gesundheitlichen Gefahren oder deren fakes, auch nicht durch eventuelle echte Pandemien angetrieben, sondern sie bewegt sich zu auf eine neue historische Kulmination der Instabilität und Korruption der kapitalistischen Wirtschaftsweise und der entsprechenden gesellschaftlichen und politischen Systeme.

Der moderne Kapitalismus hat seit der Industrialisierung und insbesondere seit der Herausbildung von Monopolismus, von Finanzkapital als dominierendem Überbau und unversöhnlichen internationalen Rivalitäten (etwa seit den Jahrzehnten vor dem 1. Weltkrieg 1914-18) an Asozialität und der Ballung immenser zerstörerischer Potentiale immer weiter zugenommen, er hat an ständig an Krisenhaftigkeit und Instabilität zugenommen.

Die erste große Entladung war der Erste Weltkrieg (1914-18). Er führte im Gegensatz zu den Wünschen seiner Antreiber in den verschiedenen großen Mächten der damaligen Zeit nicht zu einer Bereinigung in ihrem Sinne und nicht zu einer neuen Periode stabilisierten Profitanhäufens, sondern zu neuen und vermehrten internationalen Spannungen (Sowjetunion, globale Entkolonialisierung) und zu verstärktem revolutionären Drängen, u.a. in Deutschland. Der westliche Imperialismus – hier war die deutsche Großbourgeoisie mehrheitlich im Bunde mit dem US-Imperialismus und den absteigenden Kolonialmächten wie Großbritannien und Frankreich – versuchte dem entgegenzuwirken u.a. durch die Installation des Nazifaschismus in Deutschland. Dieser versprach ihnen, den inneren „Bolschewismus“ zu vernichten (die Arbeiterbewegung, die revolutionäre und die reformistische gleich mit), wie auch den äußeren „Bolschewismus“, die Sowjetunion, und scheiterte an dem zweiten Ziel.

In erster Linie wegen des Sieges der Sowjetunion 1945 sowie der chinesischen Revolution zur gleichen Zeit folgte jetzt eine etwas längere Periode, in der der westliche Kapitalismus durch innere Befriedigungen und militärische Vorsicht (allerdings von zahllosen Stellvertreterkriegen flankiert) versuchte, seine ökonomischen Kapazitäten zu konsolidieren und zwecks allmählichen Niederkonkurrierens des Sozialismus zu erweitern. Er machte auf Sozialstaat und arrangierte sich mit einem zeitweiligen internationalen System von zwei Supermächten.

Naturgemäß konnten diese Bedingungen der Zeit nach 1945 aber nicht sich halten. Eine Welt-Teilung hinzunehmen war nicht auf die Dauer akzeptabel, und es wurde auf ihr Ende hingearbeitet. Trotz mancher fanatischer Ansätze (Koreakrieg, Vietnamkrieg) bekam man militärisch zwar nicht direkt Oberwasser, im Gegenteil; aber innere Schwächen der sozialistischen Länder, Unzulänglichkeiten der Sozialismus-Konzeptionen, historisch bedingte kulturelle Eigenheiten Russlands und Chinas sowie wirtschaftliche Ineffektivität im Konkurrenzkampf mit dem westlichen Kapitalismus (z.B. in der IT) führten in den 4 Jahrzehnten bis etwa zur Mitte der 80er Jahre schließlich zum absehbaren Einknicken der noch vorhandenen sozialistischen Bestrebungen und Strukturen.

1991 waren die DDR und rasch folgend das gesamte System von Warschauer Pakt und Comecon, war die Sowjetunion selbst aufgelöst und den kapitalistischen Geiern preisgegeben; in China hatte der kapitalistische Flügel der KPCh bereits seit 1979 das Genossenschaftswesen liquidiert und die eigene Bevölkerung der Ausbeutung durch internationales Kapital preisgegeben. Hier wurde eine derartige Masse globalen kapitalistischen Profits aus vielen hunderten Millionen neuer Proletarier herausgeholt, dass die Arroganz, die Verblödung und der Ruin der inneren ökonomischen und sozialen Strukturen unter den westlichen Eliten keine Grenzen nach oben mehr kannten. Das kann man das an Figuren wie G.W. Bush oder Angela Merkel exemplarisch studieren.

Die chinesische neue Bourgeoisie lässt nach und nach einen eigenen harten Kern erkennen und ist im Grunde schon weitgehend wieder Herr im eigenen Haus; sie erneuert den imperialen Anspruch des alten Reichs der Mitte und konzentriert die enormen Kräfte einer Nation von 1,3 Milliarden Menschen, um die USA von der Position des Welthegemons zu verdrängen. Deren Reaktionen führen u.a. zu „Pandemien“, die mit faschistischer Kontrolle, Kriegsvorbereitungen und Appellen an die „Einheit des Westens“ einhergehen.

Eine Lagebeschreibung, die auf diese Weise ansetzt, ist mE am ehsten tauglich zur Analyse der Situation Diese wird von dem meisten Mitkämpfern immer noch missverstanden als ein Kampf gegen autoritäre Corona-Maßnahmen und um die Etablierung wissenschaftlicher Wahrheit. Die meisten kennen die historischen Zusammenhänge kaum oder gar nicht. Erziehung und Medien haben ihnen den Zugang zu geschichtlichem Denken verbaut, daher diese länglichen Ausführungen als erste Elementarinformation.

Realistisch wäre zunächst einmal die Feststellung: ein zutiefst dekadenter und korrupter westlicher Kapitalismus unter der Hegemonie der USA erkennt mittlerweile gewisse Herausforderungen. Sie sind so stark und direkt, dass sie selbst seine offenkundige Demenz teilweise durchbrechen.

Durch massive Steigerung gerade auch der inneren Ausbeutung und Enteignung, durch digitalfaschistischen Zugriff auf die gesamte lebende Substanz der Bevölkerung versucht er Kräfte für den Kampf mit dem Herausforderer China – und mit weiteren Milliarden von zutiefst enttäuschten und verzweifelnden Menschenmassen rund um den Globus – zusammenzukratzen. „Corona“ ist kaum mehr als das derzeit gebräuchlichste Märchen zur Verschleierung dieser Zusammenhänge.

Die heutige Welt ist nicht wesentlich zu kenzeichnen durch eine Phase der Pandemien und des Autoritarismus und/ oder als Phase der Kämpfe um so etwas wie Demokratie und Rechtsstaat (deren Fundamente schon längst durch den Neoliberalismus geschleift waren). Wir sollten uns einfach nicht mehr zum tausendsten Mal wegen Schießbudenfiguren wie Lauterbach oder Spahn oder Scholz aufregen und Chats vollkotzen, uns auch nicht an vermeintlichen Bossen wie Biden oder Merkel verschleißen. Es geht auch nicht um Unzulänglichkeiten von Kritikern des offiziellen Corona-Narrativs …. oder um Grundfehler der bürgerlichen Wissenschaftstheorie….. Die kapitalistischen Widersprüche haben sich erneut zur ökonomischen Weltkrise, zumindest des westlichen Teils, und wahrscheinlich zur Entladung in härteste Kämpfe um die globale Hegemonie zugespitzt. Auf 1914 und auf 1933/41/45 folgen die Jahre 2020 ff. Neues und Humaneres wird historisch entstehen. Wie fassen wir es auf und wie schaffen wir es, dass es leben und sich durchsetzen kann?

Ergänzung (14.11.21): i

In dem obigen Text fehlen Hinweise auf bestimmte theoretische Möglichkeiten, z.B. dass die Gegenseite auf so große Widerstände in den Bevölkerungen stößt, dass sie zurückstecken muss; es kann auch zum Aufbrechen internationaler Gegensätze kommen, die bspw. die „Einheit des Westens“ scheitern lassen. Wer frühere Beiträge von mir kennt, weiß, dass ich immer auch an solche Möglichkeiten denke. Sie werden aber den Untergang des kapitalistischen Systems, wie es sich in den letzten ca. 30 Jahren vor allem im „Westen“ degenerativ entwickelt und offenbart hat, nicht grundsätzlich abwenden können, und darauf kam es mir im obigen Text an, deshalb unterblieb hier ihre Erwähnung.

Ob andere, im Kern gleichfalls kapitalistische Systeme wie das heutige imperial-bürokratische und nationalistische chinesische System historisch sich länger behaupten können, kann man natürlich fragen, aber hätte das einstweilen große Bedeutung für unsere heutigen Aufgaben „im Westen“? Das bezweifle ich­. Eine andere Frage bezieht sich auf den heute erforderlichen Internationalismus: nur im Bewusstsein der globalen Verbundenheit der Menschheit, unserer Verbundenheit mit den Bevölkerungen Chinas, Lateinamerikas, Indiens usf. können humane Lebens- und Überlebensmodelle entwickelt werden.

 

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BlackRock und die neuen Strukturen des westlichen Kapitalismus – zu Werner Rügemers neuem Buch

 

Die Strukturen des westlichen Kapitalismus sind mittlerweile deutlich anders als wir sie gewohnt sind zu sehen.

Einen deutlichen Impuls, sich mit den Veränderungen zu befassen, gibt Werner Rügemer in seinem neuen Buch „BlackRock & Co enteignen!“. Es ist Anfang Sept. 21 erschienen und zeichnet die „Spuren einer unbekannten Weltmacht“ (BlackRock) nach.

Hier ganz kurz zu einigen der wichtigsten darin enthaltenen Informationen: wie bedeutend ist BlackRock innerhalb der „westlichen“ kapitalistischen Welt, welcher neuartigen Geschäftsmethoden bedient es sich?

BlackRock ist heute der größte „Vermögensverwalter“ der (westlichen) Welt. Der Wert der dort angelegten Vermögen war im Juni 2021 auf 9,5 Billionen US$ gestiegen, „so viel Kapital in einer Hand gab es noch nie“ (S. 25) Es handelt sich um einen nominellen Wert in Höhe etwa des Dreifachen der nominellen jährlichen gesamten Wirtschaftsleistung Deutschlands, um 9.500 Milliarden US$.

Wenn man sein Geld BlackRock anvertrauen will, kann man dies u.a. als HNWI tun, als „High Net Worth Individual“ und muss zu diesem Zweck nachweisen, dass man mindestens 5 Mio. US$ an frei verfügbarem Vermögen hat, oder als UHNWI „Ultra High Net Worth Individual“, welches mindestens ca. 50 Mio.US$ nachweisen kann. An die Ärmeren wendet sich BlackRock mit Angeboten von ETFs, „Exchange Traded Funds“.

Rügemer beschreibt das Geschäftsmodell von BlackRock v .a. anhand der Firmenbeteiligungen und anhand der Spekulationstechnik:
„BlackRock ist gegenwärtig Miteigentümer, etwa als Aktionär, in 18.000 Banken, Unternehmen und Finanzdienstleistern, vor allem in den USA und Kanada, in Großbritannien, Australien und Neuseeland, in der Europäischen Union und in Mittel- und Südamerika, in Hongkong, Singapur, Israel, Saudi-Arabien und Japan. Eine solche zahlreiche gleichzeitige Präsenz eines einzigen Eigentümers gab es in der Geschichte des Kapitalismus noch nie.“(S. 25)

Die Beteiligungen verschaffen BlackRock Einblicke in die inneren Verhältnisse der Unternehmen, bspw. auch aller 30 DAX-Konzerne.
Solche Informationen werden in das extrem leistungsstarke Rechnersystem von BlackRock mit dem Namen ALADDIN eingespeist, neben den jeweils aktuellsten weltweiten Daten von Börsen etc., politischen Nachrichten usf. Die Verarbeitung erfolgt so schnell, dass BlackRock in seinen spekulativen Geschäften immer die Nase vorn hat bzw. das seinen Anlegern wenigstens erzählen kann.

BlackRock ist vor allem auch mit den ganz großen Digital-, Pharma- und anderen Finanzkonzernen eng verknüpft, indem diese an BlackRock beteiligt sind und BlackRock wiederum an ihnen. Neben BlackRock arbeiten mit ähnlichen Geschäftsmodellen weitere „Vermögensverwaltungen“ wie Vanguard, die ebenfalls auf ähnliche Weise mit BlackRock und untereinander und mit vielen weiteren Unternehmen verknüpft sind.
BR-Lobbyisten „beraten“ die Regierungen, die EU, die Weltbank, die EZB usf. Der langjährige Chef von BR, Laurence Fink, ist u.a. auch eine wichtige Figur des World Economic Forum(WEF), das von Rügemer folgendermaßen beschrieben wird:
„Aufbau einer privaten Welt-Nebenregierung, Plattform für ESG-Propagandisten wie BR-Chef Fink, William (‚Bill‘) Gates, Klaus Schwab, Christine Lagarde, Ursula von der Leyen, Prinz Charles“ (S. 159)
„ESG“ ist lt. Rügemer „der populistische Wertekanon von BlackRock Co.: Environment (Umwelt), Social (Soziales), Governance (gute Unternehmensführung“ (S.157)

In meinen Worten: das WEF maßt sich an, auch die politische Steuerung der (westlichen) Welt nach und nach in die Finger zu bekommen, indem die führenden Konzerne die entscheidenden Manager für die Umwelt, die soziale Gerechtigkeit und die Sauberkeit der Unternehmensführungen werden. Die größten Umweltschädlinge, die räuberischsten Zerstörer der Löhne und der sozialen Sicherungen, die größten Steuerflüchtlinge und –fluchthelfer, die größten Enteigner privaten Eigentums, auch Firmeneigentums, spielen sich als die Retter der Welt auf, und die wichtigsten Regierungen von Biden bis Merkel, die wichtigsten Medien von NYT bis ARD und FAZ singen das Lob dieser ehrenwerten Bemühungen.

Auch die „Corona“-Politik wurde, wen wunderts noch, in diesen Kreisen entworfen und geplant, siehe z. B. das Buch „COVID-19: The Great Reset“ (2020) von Klaus Schwab und Thierry Malleret. Schwab ist der zentrale Organisator des WEF, Malleret ist u.a. Gründer einer Vermögensverwaltung namens IJ, die sich an UHNWIs ab 100 Mio. US& richtet (Rügemer S. 173)
Am Rande bemerkt: wenn der deutsche Kapitalismus mittlerweile so eng mit BlackRock und ähnlichen finanzkapitalistischen Spitzenorganisationen verfilzt ist, wie man aufgrund von Rügemers allgemeinen Erläuterungen vermuten muss, dann braucht man sich nicht zu wundern, dass er und seine politischen Vertreter wie CDU/CSU, SPD, FDP, Grüne usf. gegenüber der politischen Vereinnahmung durch die westlich-internationale Corona-politik wehrlos, ja Komplizen sind. Wenn deutsche Mittelständler ihre Profite bei BlackRock mit jährlichen Wertsteigerungen von 10% anlegen können, kann man sie als mögliche Opponenten abschreiben. Sie lassen sich anscheinend sogar willig selber enteignen und geben ihr Vermögen BlackRock in „Verwaltung“ – warum denn eigene Geschäfte noch machen mit mageren Profitraten von vielleicht 2%, wenn BlackRock die Möglichkeit bietet, an der weltweiten Ausbeutung und den kriminellen Spekulationen beteiligt zu werden und dadurch ohne Mühe 10% zu machen?

Solche Umstände dürften auch das Rätsel leichter lösbar erscheinen lassen, warum eine Niete wie Friedrich Merz seit langem und gerade auch unter CDU-nahen Mittelständlern als „Wirtschaftsexperte“, als der Kopf der ökonomischen Intelligenz der CDU propagiert wird –  er war ja sogar vier Jahre lang direkt bei BlackRock beschäftigt.

Es gibt einige Probleme, auf die Rügemer seine Leser unweigerlich mit der Nase stößt, die er aber selber in diesem Buch nicht thematisiert:
Was bedeutet die bisher unerreichte Zentralisierung des (westlichen) Kapitalismus in den Formen, wie sie uns BlackRock und Rügemer demonstrieren, für dessen Überlebensstrategien, seine Vitalität und seine objektiven historischen Überlebenschancen, z.B. in der Gegenüberstellung mit dem chinesischen Modell? Dieses wird übrigens von Rügemer unkritisch gelobt (S. 51f.) Was bedeutet diese kapitalistische Zentralisation für Demokratie und nationale Souveränität?

Wer soll BlackRock enteignen? Wie soll das ins Werk gesetzt werden?

Auch die Frage, wie stark BlackRock und seine Artverwandten selber die sog. Klimapolitik, der sog. Dekarbonisierung, die politisch erzwungenen Umbauten der gesamten Energie- und Verkehrswirtschaft auf sog. Erneuerbare Energien, Elektroautos usf. mit vorantreiben, wird von Rügemer nur gestreift. Ihm zufolge ist BlackRock mit den konventionellen Produktionsweisen, die auf fossilen Brennstoffen basieren, fest liiert. Wie kann es unter dieser Voraussetzung aber verstanden werden, dass BlackRock nicht nur propagandistisch deutlich für „Nachhaltigkeit“ auftritt, sondern an den entsprechenden Umsteuerungen der Kapitalflüsse anscheinend selber erheblich mitwirkt? Diese Tendenz ist anscheinend im westlichen Finanzkapital schon seit längerem verwurzelt und nicht bloß „greenwashing“.

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Die USA ziehen ihre Soldaten aus Afghanistan ab – was kommt jetzt?

Nach Irak und Syrien demonstrieren die USA nun crescendo ihre zunehmende politische und militärische Unfähigkeit.

Das ist eine gute Nachricht für die Welt.

Zwanzig Jahre lang haben sie Afghanen getötet, die Bevölkerung gegen sich aufgebracht, Truppen ohne Zahl, Billionen von Dollar und mediales Getöse von unerreichter Verlogenheit aufgewandt, um die Ziele ihrer Intervention zu verbergen, und müssen nun das Schlachtfeld Islamisten sowie konkurrierenden Mächten wie China und Russland überlassen. Denjenigen Mächten, in deren unmittelbarer Nachbarschaft die USA mittels ihrer Intervention von 2001 eine mächtige militärische und geheimdienstliche Basis hatten aufbauen wollen.

Ein Abzug ‚not with a bang but a whimper‘, – oder wie es ein Kommentator formulierte: die USA gewinnen ihre Kriege nicht mehr, sie verlassen sie einfach.

Afghanistan wird nicht zur Ruhe kommen, weil es ein geostrategischer Knotenpunkt der internationalen Rivalitäten ist und bleibt. Die inneren Verhältnisse mit ihren ethnischen, kulturellen und islamisch-sektenhaften Rissen werden eine Konsolidierung nicht erlauben. Hinzu kommen längst fest eingefressene Abhängigkeiten nicht nur von den Großmächten, sondern auch von regionalen Konkurrenten und Unruhestiftern wie Pakistan, Indien und Iran. Auch die USA werden in unterschiedlichen Formen dort weiter mitmischen und die Gegensätze unter ihren Konkurrenten schüren.

Deutschland hat eine etwas merkwürdige Verbündetenrolle gespielt. Es fiel nach den Anschlägen in New York 2001 – die für die US-Außenpolitik den längst gesuchten Vorwand zur Intervention geben durften – durch einen gewissen Übereifer auf, hektisch selber Truppen nach Afghanistan zu schicken. Man erklärte, den USA Bündnisloyalität bekunden zu wollen. Möglicherweise spielte die Überlegung dabei eine Rolle, in diesem Gebiet geostrategischer Rivalitäten selber einen Finger ins Spiel zu bekommen. Man wollte wohl vor Ort beobachten und evtl. beeinflussen, was die USA gegenüber Russland und China dort treiben würden.

Das Unternehmen hatte von Anfang an den misslichen Charakter, der US-Intervention einen Anschein internationaler Legitimität zu leihen; auch andere „westliche“ Staaten entsandten Truppen, bauten dieses Engagement aber wohl in den meisten Fällen früher und stärker ab als Deutschland.

Nun muss man eingestehen, dass man selber militärisch und politisch noch eine weit größere Null ist als die USA. Niemand hätte das öffentlich besser zum Ausdruck bringen können als Norbert Röttgen (CDU), der Vorsitzende des Außenpolitischen Ausschusses des Bundestages, der mitten im Abzugschaos der USA tapfer gegen den Strom schwamm und gleich noch einmal militärisch intervenieren wollte.

Wenn ein eindrucksvolles Symbol für den politischen Verfall der BRD unter Angela Merkel gesucht würde, dann müsste Herr Röttgen von vornherein auf einen Spitzenplatz der Bewerberliste.

Die Illusion, durch Bewahrung und sogar Intensivierung einer „westlichen Wertegemeinschaft“, d.h. durch die Propaganda und bestimmte Handlungen weiterer militärischer Verbundenheit mit den USA die eigene Haut retten zu können, dürfte durch die Entwicklung in Afghanistan bei einigen weiteren Regierungen weiter erschüttert worden sein.

Wir brauchen als Deutsche und Europäer weder eine NATO noch die weiteren inneren Wandlungen zur Diktatur unter Führung von US-Finanzkapital wie Blackrock, BigPharma und Silicon Valley uns noch länger gefallen lassen. Die internationale Szene bietet mit Russland, China und weiteren global verteilten Wirtschafts- und Machtstrukturen derzeit wenig direktes Aggressionspotential – die Ausnahme sind wir selber, mit den dekadenten USA in der Führung und ihren politischen Verbündeten innerhalb unserer eigenen dekadenten Strukturen. Sie versuchen ihre restlichen wirtschaftlichen und militärischen Potentiale zusammenzukratzen und der Bevölkerung noch Schlimmeres aufzuerlegen als es die bisherigen Interventionskriege und die Finanzcrashs bereits waren. Interessanterweise haben gerade die „Grünen“ in den letzten Monaten sich in dieser Hinsicht besonders deutlich geoutet.

Noch eine kleine Nachbemerkung in eigener Sache dieses blogs: sein optisches Erkennungszeichen, das Foto eines Zeitungsausschnitts aus der „FAZ“ mit dem Wortlaut „Durchhalten in Afghanistan“ verweist derzeit noch immer zurück auf die lange Periode, in der dieses Thema immer eine gewisse geopolitische Schlüsselrolle gespielt hat. Soll ich das logo nun ersetzen? Selbstredend war „Durchhalten in Afghanistan“ nie meine eigene Parole. Aber vielleicht muss ich das logo noch eine Zeitlang verwenden, bis ein markantes und passendes neues gefunden ist. Es gibt größere Sorgen…..


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Wider die Kinderimpfung

link zu meinem Artikel der heute im „Freien Funken“ erschienen ist.

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