Weltweite Steuerhinterziehung durch die Reichsten der Reichen – Zahlen

Aus einer Studie über die sog. offshore economy, d.h.  den in sog. Steueroasen wie den Caymans gebunkerten Reichtum der „globalen Elite“, bringt der „Guardian“ interessante Zahlen.

http://www.guardian.co.uk/business/2012/jul/21/global-elite-tax-offshore-economy

Etwa 13 Billionen britische Pfund (21 Billionen US-$) sind diesen Angaben zufolge derzeit der Besteuerung der Staaten entzogen (zum Vergleich: das weltweite Bruttosozialprodukt eines Jahres wird derzeit auf etwa 60 Billionen US-$ geschätzt, wgr.)

„….mindestens  13 Billionen brit. Pfund – vielleicht bis zu 20 Billionen – sind aus zahllosen Ländern in die Bereiche geheimhalterischer Jurisdiktionen wie die Schweiz und die Cayman-Inseln geflossen, mithilfe privater Banken, die darauf aus sind, die Vermögen sogenannter high net-worth individuals anzuziehen. Ihr Reichtum wird ….‘geschützt von einem hochbezahlten emsigen  Schwarm professioneller Agenten [engl. „enablers“] in den Geschäftsbereichen Privates Banking, Recht, Buchführung und Investment, der sich der Vorteile der zunehmend grenzen-losen, reibungslosen globalen Wirtschaft bedient‘.“

(Bei der Übersetzung der Zahlwörter ist zu beachten, daß dem in Englischen verwendeten „tn“ = trillion die Billion -Tausend Milliarden – im Deutschen entspricht.)

 

Das „Schöne“ an diesem System – soviel möchte ich den Wertungen der vom „Guardian“ herangezogenen Studie hier kurz hinzufügen –  besteht auch in Folgendem: die „high net-worth individuals“ betrügen die Staaten, in denen sie ihre Geschäfte machen, um die Steuern, um anschließend den hinterzogenen Reichtum den solchermaßen klammen Staaten als Staatsanleihen anzubieten, über dasselbe Bankensystem, das ihnen die Steuerhinterziehung ermöglicht hat. Dann kassieren sie  Zinsen dafür und verdienen eventuell  an den schließlichen Staatsbankrotten noch weiter (um Mißverständnisse zu vermeiden: der Kauf von und die Spekulation mit Staatsanleihen sind nicht der einzige Kanal, über den diese Kapitalien weiter verwertet werden, allerdings wohl aber ein sehr wichtiger). Daß sie selber das Pech der Entwertung von Anleihen bankrotter Staaten treffen könnte, dem beugen, Gott sei es gedankt, die Rettungsmaßnahmen eben der zuvor schon dreimal geschröpften Staaten der EU,  aber auch der USA etc. vor, ja diese Staaten betätigen sich trotz gelegentlichen Murrens letztlich als Zuhälter des Systems. Sicher ist es jedoch letztlich auch nicht.

 

Die Grundstruktur wurde bereits in den 90er Jahren beschrieben, von Günter Reimann in seinem Buch „Die Ohnmacht der Mächtigen“ ( möglicherweise auch von anderen), s. auch meinen Beitrag darüber:

http://www.waltergrobe.de/2011/03/22/ansichten-von-gunter-reimann-zu-finanzkapital-und-staat/

[Dies ist eine leicht ergänzte Fassung des Beitrags, den ich vor 9 Stunden gepostet habe.]

 

 

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein abgelegt und mit , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.