Was man zur Kritik an den jüngsten EU-Beschlüssen lesen kann

Kritischer Kommentar von Werner Mussler, FAZ, zu Aspekten der jüngsten EU-Einigung über neue Methoden der Finanzierung weiterer Staatsschulden. Mussler betont auch den weiteren Verlust an Transparenz von Verantwortlichkeiten.

http://www.faz.net/artikel/S30106/kommentar-zur-schuldenkrise-haftungsgemeinschaft-30470992.html

Der „Wirtschaftsweise“ Bofinger meint, die Banken und Spekulanten verlieren in Wirklichkeit keinen Cent bei den neuen Finanzierungen:

http://www.wiwo.de/politik-weltwirtschaft/banken-beteiligen-sich-mit-null-prozent-an-der-griechen-rettung-474476/

 

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2 Antworten auf Was man zur Kritik an den jüngsten EU-Beschlüssen lesen kann

  1. Der bevorstehende Crash

    Aus allen bisher gewonnenen Informationen über das noch vorhandene Restvertrauen der Anleger, den verbliebenen Spielraum der hohen Politik (Restvertrauen in Staatsanleihen) und die so genannte öffentliche Meinung lassen sich die bevorstehenden Ereignisse, die bis jetzt nur theoretisch beschrieben werden konnten, etwas konkreter vorhersagen. Das gilt sowohl für das Was als auch für das Wann, auch wenn eine zeitliche Vorhersage immer sehr gewagt ist und mehr intuitiv als rational erfasst werden muss.

    Sicher ist, dass die Weltwirtschaft insgesamt wieder anfangen wird zu schrumpfen, dass der Schrumpfungsprozess schneller ablaufen wird als 2009, und dass die hohe Politik keine Möglichkeit mehr hat, den Prozess zu verlangsamen oder gar aufzuhalten. Das erscheint zunächst als ein negativer Ausblick, der jedoch positiv zu werten ist, denn der endgültige Zusammenbruch des noch bestehenden, kapitalistischen Systems ist die Voraussetzung dafür, dass der Glaube an dieses System verloren geht und die Religion (selektive geistige Blindheit gegenüber makroökonomischen Konstruktionsfehlern) überwunden werden kann.

    Wahrscheinlich ist, dass der Crash noch in diesem Jahr stattfinden wird, und dass der Schrumpfungsprozess schon im August einsetzt. Ab diesem Zeitpunkt ist die gesetzlich verbindliche Ankündigung der Natürlichen Wirtschaftsordnung (freie Marktwirtschaft ohne Kapitalismus = echte Soziale Marktwirtschaft) mindestens in der Bundesrepublik Deutschland die einzig verbleibende Möglichkeit, den Schrumpfungsprozess aufzuhalten!

    http://opium-des-volkes.blogspot.com/2011/07/was-passiert-wenn-nichts-passiert.html

  2. Walter Grobe sagt:

    Hallo Herr Wehmeier,
    daß bald Schrumpfung der Weltökonomie einsetzt, halte ich gleichfalls für wahrscheinlich. Daß „die hohe Politik“ keine Mittel mehr dagegen haben werde, finde ich jedoch eine sehr vereinfachende Aussage. Wenn bestimmte Teile des Kapitalismus keine ökonomischen Auswege mehr finden sollten (für andere Teile des Weltkapitalismus wird das nicht zutreffen), werden sie vielleicht doch zu politischen und militärischen Mittel greifen, den eigenen Untergang hinauszuschieben und andere untergehen zu lassen. Es wird mE vorerst nur Teilzusammenbrüche geben, vor allem auch weil es an bewußten revolutionären Kräften auf der Welt derzeit noch mangelt, die den Kapitalismus in der Praxis durch eine höhere Gesellschaftsordnung verdrängen können. Vielleicht, hoffentlich, fangen solche Kräfte nun in der näheren Zukunft an sich zu bilden.
    Von der „Natürlichen Wirtschaftsordnung“ (nach S. Gesell), die Sie vorschlagen, halte ich nichts. Ich denke, daß sie wissenschaftlich sehr weit hinter die Analyse des Markt-und Kreditsystems durch Marx zurückfällt. Man sollte nicht hinter Marx zurückfallen, sondern auf der Grundlage der weiterhin zutreffenden Teile seiner Erkenntnisse (und der Erkenntnisse anderer, auch solcher, die die Marxschen Unvollkommenheiten kritisieren) weiter an der Analyse der gesellschaftlichen Tatsachen und Entwicklungstrends arbeiten und relle Konzepte entwickeln.
    Nebenbei, wer soll denn in der BRD gesetzlich verbindlich eine andere Wirtschaftsordnung ausrufen und durchsetzen? Das ist doch reines Spiel mit Worten.